"Die Schule des Lebens -
Satirische Geschichten aus (m)einem Dorf."
Mein zweites Buch - ist im novum Verlag erschienen. Sie erhalten es aber auch direkt bei mir
ISBN: 978385022716-2
Preis 16,40 €, 240 Seiten
Natürlich erhalten Sie das Buch wieder in jedem Buchverlag und mit Widmung bei mir.
Vorwort
Waren das noch Zeiten,
als das Leben im Dorf sich nach den unvergänglichen Worten der
Bibel
richtete. Bei dem von einem schnurrbärtigen, leicht schnapsnasigen
Gesicht ausgesprochenen Zitat „Er soll dein Herr sein“ fiel die
gottesfürchtige Ehefrau vor dem unparfümierten, langunterhosigen, leicht
schwankenden Herrn der Schöpfung auf die angeschwollenen Knie und bat
mit abgearbeiteten Händen und brüchigen Fingernägeln demütig um das
knapp bemessene wöchentliche Haushaltsgeld. Heute nutzt sie seine kurze
Regenerationsphase im „Bären“ aus, um mit lackierten Fingernägeln, über
das Internet, das einseitig gefüllte Girokonto bei einem Glas Sekt an
die seitens der Sparkasse tolerierte Belastungsgrenze zu führen. Um uns
von unseren Frauen unabhängig zu machen und um den Umsatz
sicherzustellen, hat der Bärenwirt eine eigene Währung eingeführt. Im
„Bären“ kann man nur noch mit Bärentalern bezahlen. Diese erwirbt der
Ruhe suchende Ehemann, indem er sein durch Vortäuschung eines geringeren
Verdienstes schwer erwirtschaftetes Schwarzgeld eintauscht, ggf. einen
Bärenkredit, der die Form eines Bierdeckels hat, beim Bärenwirt
aufnimmt, oder wie der alte Simon unter den Tischen nach
heruntergefallenen Talern sucht. Da Ottmar Grundel, unser Totengräber,
seinen Pegelstand oft dadurch misst, dass er neben dem Kachelofen einen
Handstand macht, findet Simon besonders nach erfolgreichen Begräbnissen
ab und zu einen Taler. Früher musste man noch viel Zeit aufwenden, um
einzukaufen. Wer erfahren wollte, wie die lautstarke, ziellose Heimkehr
des beschwingten Gemeinderats von seiner erwartungsfrohen Frau in den
frühen Morgenstunden Beifall klatschend belohnt wurde, welche
überwundene Jungfrau jetzt willig war, zu heiraten, welche scheinheilig
trauernde Witwe auf das Grab ihres verstorbenen Gatten immer noch keine
frischen Blumen gestellt hatte, musste lange Standzeiten beim Bäcker und
Metzger einkalkulieren. Scheidungen gab es in unserem katholischen Dorf
damals nicht, da die Ehe ein unauflösliches Sakrament und eine ewig
währende Prüfung darstellte. Manche Männer und Frauen gingen daher
heimlich im evangelischen Nachbardorf fremd. Viele gingen auch nicht
fremd, weil sie nicht einmal zu Hause nachkamen. Manchmal kam der
Fehltritt nur heraus, weil die Witwe sich kurz vor ihrem Tod weigerte,
zu ihrem Mann ins gemeinsame Familiengrab gelegt zu werden. Heute ist
nichts mehr, wie es früher war. Heute gibt es Naturkatastrophen, die
keine weiblichen Namen mehr führen, und Männer, die sich für Geld vor
Frauen ausziehen. Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Kein Wunder, dass
die Naturkatastrophen zunehmen. Wenn die Menschen die Bibel lesen
würden, wüssten sie, was auf sie zukommt. Im Alten Testament wurden für
viele Völker und Nationen kommende Plagen und Strafen vorhergesagt. Eine
davon ist für Deutschland bestimmt gewesen. Der Prophet Jeremia (48,12)
sagte: „Darum siehe, spricht der Herr, es kommt die Zeit, dass ich
ihnen will Schröter schicken …“ Aber Gott sei Dank gehen auch die
schlimmsten Plagen vorüber, auch wenn sie ein weiches „T“ haben. Heute
gibt es andere Plagen. Ich habe nur noch zwei Bärentaler. Wenn ich
langsam trinke, reicht mir das höchstens für eine Stunde. Vielleicht hat
unser Totengräber eine zusammenführende Beerdigung gehabt und macht
einen Handstand. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen. Mich müssen Sie
jetzt leider entschuldigen. Ich muss zum Stammtisch.
Unser Stammtisch im „Bären“
Bärenwirt und sein Hund Pluto
Kellnerin mit weitem Ausschnitt für Trinkgelder
Ich und mein Hund Hasso; verheiratet mit Klara
Alwin, geheiratet von Sieglinde – grüne, spitzmundige Lehrerin
Simon, singt für Alkohol und andere desinfizierende Flüssigkeiten das Wolgalied
Norbert, verheiratet worden mit Elfriede
Erwin, Schlafwandler; hilft dem Totengräber
Alfred, SPD-Mitglied und mit Irma verheiratet
Gerhard, Chef der CDU und mit Ludmilla verheiratet
Gustav, verheiratet mit der Pilzmarie; hat eine Wasserallergie
Ottmar Grundel, Totengräber; hat immer eine Schaufel dabei; seine Frau hat ein Holzbein, das manchmal ausschlägt
Hubert, Kioskbesitzer und letzter Kautabakpriemer im Dorf
Franz, genannt ‚Nurmi‘; vier uneheliche Kinder
Hans, Alterspräsident; über 80
Uwe, Weinhändler und Chef der Freien Wähler
Max, arbeitet bei der Volksbank
Olaf, trägt ein Toupet aus Pferdehaaren; mit Maria, einer Philippinerin, verheiratet
Aristoteles Blutrausch, einäugiger, stark behaarter Metzger
Adalbert, von Riesling geschwächter Mesner
Pfarrer, gelegentlich am Stammtisch, meist bei Freibier und Ochsen am Spieß
Aschenmann, Oberbrandmeister; löscht am liebsten seinen eigenen Durst
Karl Schmuser, Konditor und verheiratet mit Julchen aus Köln
Stanislaus Krähahn, Geflügelvermehrer; verheiratet mit Alma
Siegmund, ernährt sich praktisch von Eiern
Paul, verheiratet mit Mina und Experte für „Sex im Alter“
Zebedeus Zausel, nur ‚Zeus‘ gerufen; Schwanen- und Ententick
Adolf, hält eine Polizeisirene für Wolfsgeheul
Klaus, hat einen Bruder bei der Bw und einen behinderten Vater
Max Stangenfresser, arbeitet im OP; seine Frau wiegt 2 Zentner
Sepp, unser instinktiver Bürgermeister; verheiratet mit Kunigunde
Alfons, gut verheiratet mit Irma
Robert, verheiratet mit Dora; hat zwei künstliche Kniegelenke
Das restliche erwähnenswerte Dorf
Fritz, leidgeprüfter Bauer
Mina, wohnt im Unterdorf
Esmeralda Wurmer, verbissenes SPD-Mitglied
Detlef Morgenschön, SPD, geht auch in den „Ochsen“
Kurt, Sohn des Bürgermeisters; verheiratet mit Sibylle, Tochter der Krähahns
Landrat, verheiratet mit Lydia, der unterspritzten Landrätin
Grünspecht, Lehrer mit wurmstichigem Gebälk
Irmhilde Legauf, Hebamme
Oskar, Chef der Imker; verheiratet mit Maja
Boris Schmalzdarm, Vorsitzender der Metzgerinnung; Schwager des Blutrausch
Walburga Spitzgras, Vorsitzende des Jungfrauenbundes
Hans Barsch, Vorsitzender des Fischervereins
Emanuel Gnadenstock, Dirigent der Blaskapelle
Haxenbauer, Lehrer, aus Bayern asyliert; liiert mit der Frau von Zebedeus
Urschula, spitzenbewehrte Polin
Friedrich, hat seine Frau an einen Schweizer Hartkäsehersteller verloren
Leander und Edith, das Schwalbenehepaar des Dorfes
Opa Meiniger, lebt zeitweise im „Ochsen“ und bei der Witwe Essigwein
Hermann, verheiratet mit Elfriede
Adalbert, unser schussgewaltiger Mittelstürmer
Günter, unser Linksaußen
Didi Hinterklamm, unser schwuler Ausputzer
Hans, unser Spielmacher
Otto, Trainer und Vater von Annagreta, seiner ausgebufften Tochter
Rudolf, beidhändiger Torwart; verheiratet mit Lisbeth
Klaus, spielt gelegentlich mit Lisbeth auf der Couch Golf
Konrad, genannt ‚Kongo‘; australischer Einwanderer
Ludwig, hat für Deutschland sein linkes Raucherbein geopfert
Horst, gewaltfreier Dorfpolizist; schoss sich ins Knie
Michael, mein Sohn; verlobt mit Evelyn, evangelisch
Pfarrköchin, das horizontale Gewissen des Dorfes; sagt dem Pfarrer, wann er satt ist
Heini, Sanitäter; kann kein Blut sehen
Szymaniak, genannt ‚Mozart‘; blutet nach Bedarf
Die übrigen Einwohner des Dorfes können nicht lesen